Der Neger in der Mormonentheologie
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Schwarze verflucht - Lehre oder Folklore
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BRIGHAM YOUNG FALSCH INTERPRETIERT. Wir haben das Gefühl, dass der Wandel der Kirche in der Lehre in Bezug auf die Schwarzen ein sehr guter Schritt ist, weil er ohne Zweifel Schwarzen helfen wird, Gleichberechtigung in Utah zu bekommen, und er wird wahrscheinlich viel Blutvergießen und Ärger verhindern. Trotzdem müssen wir darauf hinweisen, dass Brigham Young und andere Führer falsch dargestellt worden sind, um die Änderung dem Mormonenvolk schmackhaft zu machen. Zum Beispiel wollen uns die kircheigenen Deseret News glauben lassen, dass die Änderung eine Erfüllung einer Prophezeiung sei, die von Brigham Young geäußert wurde: „Die Bekanntmachung am Freitag erfüllte Aussagen, die von den meisten HLT-Kirchenpräsidenten seit Joseph Smith gemacht wurden, dass Schwarze eines Tages die vollen Segnungen der Kirche erhalten würden, einschließlich des Priestertums. Gegen Sklaverei sprechend sagte Brigham Young einst zur Gesetzgebenden Körperschaft Utahs: '...der Tag wird kommen, wann die ganze Rasse (die Schwarzen) erlöst sein wird und all die Segnungen besitzen wird, die wir jetzt haben.'“ (Deseret News, 10. Juni 1978, S. 1A)

 

Während es wahr ist, dass Brigham Young glaubte, dass Schwarze schließlich das Priestertum erhalten würden, machte er es deutlich, dass dies erst NACH der Auferstehung geschehen würde.

Der Textzusammenhang der Rede, die die Deseret News zitierten, enthüllt, dass Brigham Young glaubte, dass es für die Kirche eine Sünde wäre, den Schwarzen das Priestertum zu geben, bevor „der letzte aus der Nachkommenschaft Abels“ es erhalten hätte. Er sagte ferner, dass das Priestertum, wenn die Kirche „alle Segnungen Gottes“ den Schwarzen vorzeitig geben würde, weggenommen werden und die Kirche in die Vernichtung gehen würde. Diese Ansprache wird in der Kirchengeschichtlichen Abteilung aufbewahrt. Michael Marquardt hat für eine maschinengeschriebene Kopie gesorgt (die die Rechtschreibfehler des Originals beibehält). Wir geben hier folgenden Auszug aus Brigham Youngs Ansprache:

 

Worin besteht dieses Zeichen? Sie werden es im Gesicht jedes Afrikaners erkennen, den Sie je auf der Erdoberfläche gesehen haben... Der Herr sagte Kain, dass er die Segnungen des Priestertums nicht erhalten sollte, ebenso nicht seine Nachkommen, bis der letzte aus der Nachkommenschaft Abels das Priestertum erhalten hätte, bis zur Erlösung der Erde. Wenn es noch keinen Propheten oder Apostel Jesu Christi gab, der es zuvor aussprach, so sage ich es, dass dieses Volk, das gewöhnlich Neger oder Kinder des alten Kain genannt wird... keine Führerschaft im Priestertum tragen kann, denn der Fluch sollte auf ihnen bleiben, bis der Rest der Nachkommen Michaels und seiner Frau die Segnungen empfangen... bis die Zeit der Wiederherstellung kommen wird... Dann wird man sich an Kains Nachkommen erinnern und die Zeit wird kommen, wann dieser Fluch weggewischt werden sollte...

Ich bin genauso wie jeder andere gegen das Prinzip der Sklaverei, wie es heute angewendet oder wie der Begriff verwendet wird; es wird missbraucht. Ich bin gegen den Missbrauch dessen, was Gott erlassen hat, einen Segen zu nehmen und einen Fluch daraus zu machen. Es ist für die Nachkommen Adams ein großer Segen, die Nachkommen Kains als Diener zu haben... Lassen Sie uns diese Kirche, die das Königreich Gottes auf Erden genannt wird, lassen Sie uns die erste Präsidentschaft, die Zwölf, den Hohen Rat, die Bischofschaft und all die Ältesten Israels auffordern, nehmen wir an, wir fordern sie auf, hier zu erscheinen und hier zu erklären, dass es recht ist, unseren Samen mit der schwarzen Rasse Kains zu vermischen, dass sie mit uns hereinkommen, mit uns Teilhaber an all den Segnungen sind, die Gott uns gegeben hat. Genau an diesem Tag, in dieser Stunde, in der wir so handeln sollten, wird das Priestertum von dieser Kirche und dem Königreich genommen werden und Gott überlässt uns unserem Schicksal. In dem Augenblick, in dem wir zustimmen, uns mit den Nachkommen Kains zu vermischen, muss die Kirche in die Vernichtung gehen – wir werden den Fluch erhalten, der auf die Nachkommen Kains gelegt worden ist, und nie wieder unter die Kinder Adams gezählt werden, die die Erben des Priestertums sind, bis der Fluch weggenommen ist.“ (Brigham Young Addresses, Msd 1234, Box 48, Mappe 3, vom 5. Februar 1852, in der HLT-Kirchengeschichtsabteilung ausfindig gemacht)

 

Das Mormonenvolk sieht sich jetzt einem ernsten Dilemma gegenüber; wenn sie wirklich glauben, dass Brigham Young ein Prophet war, dann folgt aus seiner Aussage, dass die Kirche das Priestertum verloren hat, unter „den Fluch“ gestellt worden ist und in die Vernichtung geht! Trotz Brigham Youngs ausdrücklicher Warnung davor, Schwarzen „all die Segnungen, die Gott uns gegeben hat“ zu geben, haben die heutigen Führer bekannt gegeben, dass Schwarze nun „all die Vorrechte und Segnungen, die das Evangelium bietet“, erhalten. (Deseret News, 9. Juni 1978)

Nachdem die Erste Präsidentschaft ihre Erklärung abgegeben hatte, wurden viele Leute verwirrt über die Kirchenposition zu Mischehen zwischen den Rassen. Aber bald wurde offensichtlich, dass der Kirchenbann auf Ehen mit Schwarzen aufgehoben worden war. Joseph Freeman, der erste Schwarze, der nach der Änderung zum Priestertum ordiniert wurde, wies darauf hin, dass er im Tempel an seine Frau gesiegelt werden wollte, die nicht afrikanischer Herkunft war. Der Kirchesprecher Don LeFevre sagte, dass solch eine Eheschließung möglich wäre und dass es, obwohl die Kirche nicht zu Mischehen ermunterte, keinen Bann mehr darauf gäbe, dass Weiße Schwarze heiraten: „Dies ist ganz und gar möglich, sagte Mr. LeFevre... 'Somit gibt es auf Mischehen keinen Bann. Wenn ein schwarzer Partner, der eine Heirat beabsichtigt, würdig ist, in den Tempel zu gehen, wird ihn niemand aufhalten – wenn er eine Weiße, eine Orientalin... heiratet, wenn er bereit ist, in den Tempel zu gehen, kann er offensichtlich mit dem Segen der Kirche gehen.'“ (Salt Lake Tribune, 14. Juni 1978)

Am 24. Juni 1978 gab der Tribune bekannt: „Joseph Freeman, 26, der Schwarze, der das Priestertum in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage erhalten hat, ging am Freitag mit seiner Frau und seinen Söhnen für heilige Verordnungen in den Salt-Lake-Tempel... Thomas S. Monson, Mitglied des Kirchenkollegiums der Zwölf Apostel, führte die Ehe- und Siegelungszeremonien durch.“

Dadurch, dass die Kirche die Tempelehe zwischen Weißen und Schwarzen zulässt, missachtet sie vollkommen, was Präsident Young als „das Gesetz Gottes in Bezug auf die afrikanische Rasse“ bezeichnete. Der Leser wird sich erinnern, dass Präsident Young lehrte, dass die „Strafe“ für Mischehen „unter dem Gesetz Gottes der Tod auf der Stelle ist. Dies wird immer so sein.“ (Journal of Discourses, Bd. 10, S. 110) Da Brigham Young lehrte, dass dieses „Gesetz Gottes“ nie geändert werden könnte, wird die neue Politik für einige Mormonen ein ernstes Problem darstellen.

Obwohl wir keine Möglichkeit haben, genau zu erfahren, wie viele Misch-Tempelehen seit der Änderung in der Politik vollzogen worden sind, gibt es guten Grund zu glauben, dass es eine ganze Reihe gegeben hat. Schon am 8. Juni 1978 berichtete die Brigham-Young-Universitäts-Zeitung The Universe, dass „Debbie Hall, ein elementares Mitglied des Ausbildungspersonals aus Seattle, Wash., sagte, dass ein guter Freund von ihr, der schwarz ist, ein Mitglied der Kirche ist und ein weißes Mädchen heiratete. 'Es wird nett anzusehen sein, sie durch den Tempel gehen zu sehen', sagte sie.“ In derselben Ausgabe finden wir folgendes: „Mrs. Frazier und ihre fünf Kinder sind alle schwarz, aber ihr Ehemann John ist weiß und ein Ältester in der Kirche... Ein Ereignis, sagte Mrs. Frazier, nach dem sie sich lange gesehnt hat, ist die Tempelehe und die Gelegenheit, ihre Kinder zu sehen, wie sie das Abendmahl reichen.“

Auf Seite 4 derselben Ausgabe von The Universe finden wir, dass ein schwarzer Mormone namens Robert L. Stevenson „Susan V. Bevan vor ungefähr sechs Wochen heiratete. Sie ist weiß und auch HLT“. Die BYU-Zeitung zitierte Stevenson wie folgt: „Wir planen schon unsere Tempelehe.“

Auf jeden Fall sagt der Kirchenteil der Deseret News für den 17. Juni 1978, dass „frühere Präsidenten der Kirche von dem Tag gesprochen haben, wann die Segnungen des Priestertums zu den Schwarzen kommen würden“. Es wird ein Zitat aus einer Predigt Brigham Youngs benutzt, die in Journal of Discourses, Bd. 7, erschien, aber wenn wir in das Originalbuch schauen, finden wir, dass es aus dem Zusammenhang gerissen wurde. In dieser Predigt lehrte Brigham Young deutlich, dass Schwarze das Priestertum erst erhalten könnten, wenn alle anderen Kinder Adams es erhalten haben:

 

Kain erschlug seinen Bruder... und der Herr setzte ein Zeichen auf ihn, welches die flache Nase und die schwarze Haut ist... Wie lange soll diese Rasse den fürchterlichen Fluch, der auf ihnen ruht, erdulden? Dieser Fluch wird auf ihnen bleiben und sie können niemals das Priestertum tragen oder daran teilhaben, bis alle anderen Nachkommen Adams die Verheißungen empfangen und sich der Segnungen des Priesertums und seiner Schlüssel erfreut haben. Erst wenn die letzten des Restes von Adams Kindern in diese vorteilhafte Position gebracht worden sind, können die Kinder Kains die ersten Verordnungen des Priestertums empfangen. Sie waren die ersten, die verflucht wurden, und sie werden die letzten sein, von denen der Fluch genommen werden wird. Wenn der Rest der Familie Adams hervorkommt und seine Segnungen empfängt, dann wird der Fluch vom Samen Kains genommen werden und sie werden in gleichem Verhältnis die Segnungen empfangen.“ (Journal of Discourses, Bd. 7, S. 290-91)

 

Brigham Young lehrte auch folgende Lehre in anderen veröffentlichten Predigten:

 

Wenn all die anderen Kinder Adams das Vorrecht gehabt hatten, das Priestertum zu empfangen und in das Königreich Gottes zu kommen und aus allen vier Enden der Erde herausgelöst sein werden und ihre Auferstehung von den Toten empfangen haben, dann wird Zeit genug sein, den Fluch von Kain und seiner Nachkommenschaft zu entfernen... er ist der letzte, der an den Freuden des Königreiches Gottes teilhaben soll (Journal of Discourses, Bd. 2, S. 143)

 

Sie werden in den Tod hinuntergehen. Und wenn der gesamte Rest der Kinder seine Segnungen im Heiligen Priestertum empfangen haben wird, dann wird der Fluch vom Samen Kains entfernt werden, und dann werden sie hervorkommen und das Priestertum besitzen und alle Segnungen empfangen, auf die wir jetzt Anspruch haben (ebenda, Bd. 11, S. 272)

 

1945 gab die Erste Präsidentschaft der Mormonenkirche ein Erklärung heraus, in der Brigham Youngs Belehrung zitiert wird, dass Schwarze das Priestertum erst nach der Auferstehung empfangen können (siehe Mormonism and the Negro, von John J. Stewart und William E. Berrett, 1960, Teil 2, S. 16). Joseph Fielding Smith, der als der zehnte Präsident in den 1970ern diente, lehrte, dass Schwarze niemals das Priestertum tragen würden, so lange wie „die Zeit andauert“ (The Way To Perfection, S. 101).

Auf einer Versammlung in der Barratt Hall am 11. Oktober 1958 bemerkte Joseph Fielding Smith, dass „der Herr zu gegebener Zeit die Einschränkungen aufheben wird. Nicht in dieser Welt, aber die Zeit wird kommen...“ N. Eldon Tanner, ein Mitglied der Ersten Präsidentschaft, der schließlich die Erklärung unterzeichnete, die den Schwarzen das Priestertum gewährte, war 1967 vollkommen gegen diese Vorstellung:

'Die Kirche hat nicht die Absicht, ihre Lehre in Bezug auf den Neger zu ändern', erzählte N. Eldon Tanner, Ratgeber der Ersten Präsidentschaft SEATTLE während seines kürzlichen Besuches hier. 'Während der gesamten Geschichte der ursprünglichen, christlichen Kirche, trug der Neger nie das Priestertum. Es gibt wirklich nichts, das wir tun können, um dies zu ändern. Es ist ein Gesetz Gottes.'“ (Seattle Magazine, Dezember 1967, S. 60)

Der Mormonenautor John L. Lund behauptete, dass die Mitglieder der Kirche es akzeptieren würden, wenn der Präsident der Mormonenkirche eine Offenbarung geben würde, dass Schwarze das Priestertum tragen sollten, aber er betonte, dass eine solche Offenbarung nicht herauskommen würde, weil „die heutigen Propheten vollkommen mit Brigham Young und anderen vergangenen Propheten in der Frage Neger und das Priestertum übereinstimmen“:

 

Brigham Young offenbarte, dass die Neger nicht vor einer ganzen Weile nach dem zweiten Kommen Jesu Christi das Priestertum erhalten werden, dessen Kommen ein Millennium des Friedens einleiten wird...

Im Hinblick darauf, was Präsident Young und andere gesagt haben, wäre es in der Tat töricht, jemandem die falsche Vorstellung zu vermitteln, dass gleich danach eine Offenbarung zu dem Thema des Empfangs des Priestertums hervorkommen wird... unsere gegenwärtigen Propheten stimmen mit Brigham Young und anderen vergangenen Führern in Bezug auf die Frage Neger und Priestertum vollkommen überein. Präsident McKay von einem Zeitungsreporter bei der Weihung des Oakland-Tempels gefragt: 'Wann werden die Neger das Priestertum erhalten?' beantwortete er die Frage über einen nationalen Fernsehsender und sagte: 'Nicht während meiner Lebenszeit, junge Männer, auch nicht während eurer'...

Man kann nicht erwarten, dass gesellschaftlicher Druck oder gar Sanktionen von der Regierung eine neue Offenbarung hervorbringen werden... der gesamte soziale Druck der Welt wird nicht ändern, was der Herr erlassen hat...

Die Propheten haben verkündet, dass es mindestens zwei Hauptbedingungen gibt, die erfüllt werden müssen, bevor den Negern gestattet sein wird, das Priestertum zu tragen. Die erste Erfordernis bezieht sich auf die Zeit. Den Negern wird nicht erlaubt sein, das Priestertum während der Sterblichkeit zu erhalten, tatsächlich erst nach der Auferstehung aller Kinder Adams. Die andere Bedingung erfordert, dass erst der Same Abels Gelegenheit erhält, das Priestertum zu haben... Die Neger müssen erst durch die Sterblichkeit gegangen sein, bevor sie das Priestertum besitzen können („sie werden in den Tod hinuntergehen“). Es wird auch auf den Umstand hingewiesen, dass die Neger bis nach der Auferstehung aller Kinder Adams warten werden müssen, bevor sie das Priestertum erhalten... das letzte der Kinder Adams wird nicht vor dem Ende des Millenniums auferstanden sein. Darum werden die Neger das Priestertum erst nach dieser Zeit erhalten... dies wird erst nach den tausend Jahren der Regierung Christi auf Erden geschehen...

Die zweite Hauptbedingung, die erfüllt werden muss... ist die Erfordernis, dass Abels Same zuerst die Gelegenheit erhält, das Priestertum zu tragen...

Die offensichtliche Frage ist: 'Wann wird Abels Same erlöst sein?' Es wird zu allererst notwendig sein, dass Abel heiratet und dann aufersteht und schließlich in den höchsten Grad des celestialen Reiches erhöht wird, so dass er eine Fortdauer seiner Nachkommenschaft haben kann. Dann wird es für Abel notwendig sein, eine Erde für seine Geistkinder zu schaffen, um zu kommen und Sterblichkeit zu erfahren. Diese Kinder werden erlöst werden oder auferstehen müssen. Dann, nach der Auferstehung oder Erlösung der Nachkommen Abels wird den Nachkommen Kains, den Negern, erlaubt sein, das Priestertum zu besitzen.“ (The Church and the Negro, S. 45-49)

 

Auf den Seiten 109-110 desselben Buches wiederholt John L. Lund noch einmal: „Zuerst werden alle Kinder Adams auferstehen müssen und zweitens muss der Same Abels eine Gelegenheit haben, das Priestertum zu besitzen. Diese Ereignisse werden nicht vor irgendwann nach dem Ende des Millenniums eintreten.“

Noch 1974 stellte Apostel Bruce R. McConkie die Geistigkeit der Kirchenmitglieder in Frage, die glaubten, dass es Zeit wäre für eine neue Offenbarung in Bezug auf die Schwarzen. In einer Konferenzbotschaft, die am 4. Oktober 1974 gegeben wurde, sagte Apostel McConkie:

 

Bin ich tapfer im Zeugnis Jesu, wenn mein Hauptinteresse und meine Hauptsorge im Leben darin besteht, die Schätze der Erde anzuhäufen, anstatt das Königreich Gottes aufzubauen?...

Bin ich tapfer, wenn ich zutiefst über die Stellung der Kirche besorgt bin, wer das Priestertum erhalten kann oder nicht, und denke, dass es Zeit für eine neue Offenbarung in Bezug auf diese Lehre ist?...

Bin ich tapfer, wenn ich in Glücksspiele, Kartenspielen und pornographische Filme verwickelt bin...“ (The Ensign, November 1974, S. 35)

 

Es ist interessant, dass Bruce R. McConkie, nachdem die Offenbarung gegeben wurde, tatsächlich eine Rede hielt, in der er jene „Ungläubigen“ rügte, die die neue Offenbarung zögerlich annehmen, weil sie Dingen, die in der Vergangenheit gelehrt wurden, widersprach:

 

Es gibt in unserer Literatur Aussagen von den frühen Brüdern, die wir so ausgelegt haben, dass es bedeutete, dass Neger das Priestertum in der Sterblichkeit nicht erhalten würden. Ich habe dieselben Dinge gesagt und Leute schreiben mir Briefe und sagen: 'Sie haben doch dies und jenes gesagt, wie kommt es jetzt, dass wir dies und jenes tun?' Und alles, was ich dazu sagen kann, ist, dass es Zeit ist, dass Ungläubige Buße tun und sich einreihen und an einen lebenden, modernen Propheten glauben. Vergessen Sie alles, was ich gesagt habe oder was Präsident Brigham Young oder Präsident George Q. Cannon oder wer auch immer in vergangener Zeit gesagt haben, was zur heutigen Offenbarung im Gegensatz steht. Wir sprachen mit einem begrenzten Verständnis und ohne Licht und Erkenntnis, die jetzt in die Welt gekommen sind... Wir haben nun eine neue Flut von Intelligenz und Licht über dieses spezielle Thema hinzugefügt und sie löscht jede Finsternis aus... Es spielt nicht die geringste Rolle, was jemand jemals über das Negerthema vor dem ersten Tag des Juni dieses Jahres (1978) gesagt hat.“ („All Are Alike Unto God“, von Elder Bruce R. McConkie vom Rat der Zwölf, Seite 1-2)

 

Obwohl die meisten Mormonen behaupten, dass sie über die lehremäßige Änderung in Bezug auf die Schwarzen glücklich sind, gibt es Beweise, dass die „Offenbarung“ wie ein echter Schock kam. Eine Klasse an der Brigham-Young-Universität, die eine Umfrage mit wahllosen Telefonanrufen an Einwohnern der Utah-Grafschaft durchführte, fand heraus, dass 79 Prozent dieser Befragten zu diesem Zeitpunkt keine Änderung erwarteten. Ferner verglichen viele Leute die Nachricht mit einer Art von Katastrophen- oder Todesmeldung:

 

Etwa 45 Prozent von denjenigen, die aus persönlichen Quellen von der Lehre hörten, drückten ihre Zweifel darüber aus, dass die Nachrichten wahr wären. Im Vergleich dazu waren es nur 25 Prozent derer, die es aus Medienquellen erfuhren. 62 Prozent der ersteren Gruppe brachten einen Schock zum Ausdruck, im Vergleich dazu 52 Prozent der letzteren...

Diese Befragten schienen durch die Bekanntmachung überrascht, sagte Harold Sen.. 39 Prozent sagte, dass sie nicht dachten, dass 'es je geschehehen würde' – dass das Priestertum je den Schwarzen gegeben würde.

Weitere 40 Prozent erwarteten dies erst nach Jahren in der Zukunft, nach Christi Rückkehr während des Millenniums oder 'nicht während meiner Lebenszeit'.

Bei dem Versuch zu erklären, wie sie auf diese Nachricht reagierten, verglichen 14 Prozent ihre Wirkung mit der Ermordung John F. Kennedys. Weitere 13 Prozent verglichen sie mit der Nachricht vom Tod des HLT-Kirchenpräsidenten. Acht verglichen sie mit einer Naturkatastrophe, besonders mit dem Bruch des Teton-Staudamms.

Andere verglichen die Nachricht mit dem Tod eines Familienmitglieds oder eines Freundes, mit einer Kriegserklärung oder einem anderen wichtigen politischen Ereignis.“ (The Daily Universe, 22. Juni 1978)

 

Das Mormonenvolk erkannte offensichtlich die tiefen Eingriffe in die Lehre, die diese Änderung mit sich brachte und deshalb brachten sie sie mit Tod oder Katastrophe in Verbindung. Wenn sie sich wirklich über die Änderung gefreut hätten, warum setzten sie es nicht mit einem glücklichen Ereignis wie Hochzeit, Geburt eines Kindes oder dem Ende eines Krieges gleich? Wir haben das Gefühl, dass diese Umfrage unbeabsichtigt offenbart, was die Kirchenmitglieder wirklich über diese Änderung dachten.

Nachdem die „Offenbarung“ bekannt gegeben war, verließ eine Reihe von Mormonen, die die neue Lehre nicht akzeptieren konnten, die Kirche. Eine ganzseitige Anzeige, die die Änderung attackierte, wurde am 23. Juli 1978 im Salt Lake Tribune von einer Gruppe veröffentlicht, die sich „Concerned Latter-day Saints“ [Besorgte Heilige der Letzten Tage] nannte. Aus diesem Artikel bekommt man den Eindruck, dass Mitglieder dieser Gruppe auch wegen der früheren lehremäßigen Änderung in Bezug auf die Vielehe beunruhigt sind.

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