Der Neger in der Mormonentheologie
=> Schwarze Haut
=> Vorherdasein
=> Söhne Kains
=> Die Flut hindurch
=> Ein Tropfen disqualifiziert schon
=> Neger im Priestertum
=> Neger unglücklich
=> Einwände gegen die Lehre
=> Für Kains Sünden
=> Neger und das Evangelium
=> Die Nigerianische Mission
=> In Vorurteilen verwurzelt
=> Sklaverei in Utah
=> Bürgerrechte
=> Die Genesis-Gruppe
=> Sportler protestieren
=> Eine ernste Situation
=> Die Kirche lehnt Gewalt ab
=> Beschwichtigung
=> Unzufriedenheit
=> Ein brennendes Thema
=> Eine neue Offenbarung?
=> Joseph Fielding Smith
=> Eine ehrliche Lösung
=> Schlussfolgerung
=> PRÄSIDENT KIMBALL GIBT EINE NEUE „OFFENBARUNG“ ÜBER DIE SCHWARZEN
=> BRIGHAM YOUNG FALSCH INTERPRETIERT
=> BESSER SPÄT ALS NIE
=> DIE NEUE OFFENBARUNG WEICHT DEM EIGENTLICHEN PROBLEM AUS
=> EXISTIERT DIE OFFENBARUNG ÜBERHAUPT?
=> AUSWIRKUNG DER OFFENBARUNG
Kapitelübersicht
Schwarze verflucht - Lehre oder Folklore
Kontakt
Gästebuch
Impressum

Eine neue Offenbarung?

 

Sollte die Mormonenkirche entscheiden, den Negern das Priestertum zu geben, werden sie eine lehremäßige Änderung vornehmen, die in der Kirche eine Spaltung verursachen könnte (besonders unter den Anhängern der Rassentrennung, die wegen ihrer Lehre der Diskriminierung des Negers zur Kirche hingezogen wurden). Eine lehremäßige Änderung von dieser Größe vorzunehmen, würde all die anderen Lehren des Mormonismus in Frage stellen.

Am 28. Okt. 1865 druckte die Mormonenzeitung Millennial Star einen Artikel, der erklärte, dass „'Mormonismus' die Art von Religion ist, BEI DER IN DEM AUGENBLICK DIE GESAMTE GÖTTLICHKEIT BESCHÄDIGT UND IHRE WAHRHEIT GÄNZLICH VERWORFEN WIRD, WANN IRGENDEINER IHRER LEITENDEN GRUNDSÄTZE ALS FALSCH ERKANNT WIRD...“

 

Der Mormonenautor John J. Stewart erklärte: „Wenn wir als Mitglieder der Kirche hingehen und eine der Lehren des Propheten herauspicken und auswählen und sagen werden: 'Diese eine ist von Gott, wir können sie akzeptieren, aber diese eine ist von Menschen, wir werden sie verwerfen', DANN UNTERGRABEN WIR DIE GESAMTE STRUKTUR UNSERES GLAUBENS...“ (Mormonism and the Negro, Seite 19)

 

Ungeachtet der Folgen scheint es, dass mindestens einige Mormonenkirchenführer das Gefühl gehabt haben, dass eine Änderung vorgenommen werden muss. In der Western Edition of the New York Times für den 7. Juni 1963 erklärte Wallace Turner, dass die Mormonenkirchenführer ernsthaft über die Folgen einer Änderung nachdachten:

 

SALT LAKE CITY, 3. Juni – Die Spitzenführerschaft der Mormonenkirche zieht ernsthaft die Aufgabe ihrer historischen Politik der Diskriminierung der Neger in Betracht...

Einer der höchsten Beamten der Kirche sagte heute, dass die Wahrscheinlichkeit des Entfernens dieses religiösen Unvermögens gegen die Neger in ernsthafte Erwägung gezogen worden ist.

'Wir befinden uns inmitten einer Untersuchung und freuen uns auf die Wahrscheinlichkeit, die Neger zuzulassen', sagte Hugh B. Brown, einer der zwei Ratgeber, die Präsident David O. McKay in der Ersten Präsidentschaft der Mormonenkirche dienen.

'Da wir an göttliche Offenbarung durch den Präsidenten der Kirche glauben, erwarten wir alle seine Entscheidung', sagte Mr. Brown.

Mr. Brown, ein 79-jähriger früherer Anwalt, sagte, dass er glaubte, wenn die Änderung vorgenommen werden würde, dass es eine Revision der Lehre des Mormonismus wäre, die in der Größenordnung der Aufgabe der Vielehe im Jahre 1890 entsprechen würde.

Das gesamte Problem des Negers ist von den Führern der Kirche im Lichte der rassischen Beziehungen überall betrachtet worden', sagte Mr. Brown, 'Wir wollen in dieser Sache nicht zu schnell gehen. Wir wollen fair sein.'“ (Western Edition of the New York Times, 7. Juni 1963)

 

In einem Telefongespräch am 7. Juni 1963 erklärte Mr. Brown, dass er in dem Teil in Bezug auf die Änderung in der Politik falsch zitiert worden wäre, aber er brachte seine Billigung des Artikels zum Ausdruck, indem er sagte, dass er „im Großen und Ganzen fair“ wäre. In unserem Buch Mormons and Negroes, S. 58-59, präsentieren wir Beweise, die zeigen, dass Hugh B. Brown nicht falsch zitiert wurde.

Am 27. Oktober 1963 erschien folgendes im Arizona Star:

 

Mindestens ein Negerführer, Charles Nabors, hat das Gefühl, dass 'Utah potentiell das schlimmste Rassenproblem in den Vereinigten Staaten hat'...

Wenn ein Staat von einer Million Menschen nicht 5.000 Neger in seine soziale, wirtschaftliche und politische Struktur auf eine christliche, demokratische, zivilisierte Weise einbeziehen kann', sagt er, 'dann befindet sich der Staat in einem jämmerlichen Zustand.'... Viele Mormonen glauben, dass der Neger ein Nachkomme Kains ist und deshalb den Fluch Gottes trägt, der Kain für das Erschlagen seines Bruders Abel auferlegt wurde.

Es gibt einige Hinweise darüber in der mormonischen Literatur.

HUGH B. BROWN, 79-jähriger Ratgeber zum Kirchenpräsidenten David O. McKay und einer der drei Spitzenbeamten der Kirche, sagte aber, dass ER VON KEINER FESTEN KIRCHENLEHRE WEISS, DIE VERHINDERT, DASS DER NEGER RECHTE AUF DAS PRIESTERTUM HAT.

'Er ist einfach ZAHLENMÄSSIG IN DER KIRCHE NICHT AUSREICHEND VERTRETEN UND ER IST FÜR DIE POSITION, IN DER ER FÜHRERSCHAFT ANNEHMEN KÖNNTE, NICHT GENUG ENTWICKELT', sagte Brown.

'In dem Augenblick, wann der Neger bereit sein wird', sagte er, 'haben wir auf Erden keinen Weg des Wissens. Jede Änderung kommt als Folge einer Offenbarung Gottes. UND OFFENBARUNG KOMMT NICHT AUF ERSUCHEN HIN.'“ (Arizona Daily Star, 27. Okt. 1963)

 

Wallace Turner gibt folgende Information:

Jedes Bröckchen Information, das ich über Mormonen und Neger gesammelt habe, weist auf Hugh B. Brown als die liberale Stimme an der Spitze der Kirche. Ich habe den Verdacht, dass er, als er mir diese Dinge in jenem Interview im Jahre 1963 erzählte, hoffte, dass die Änderung kommen würde.

Die Wahrscheinlichkeiten sprechen aber gegen ihr Kommen – einer Offenbarung vom Präsidenten der Kirche - zu einem baldigen Termin, den er beschrieb. David O. McKay ist der liberalste HLT-Präsident, der für lange Zeit in Sicht ist. Dennoch machte er 1964 deutlich, dass er es für unwahrscheinlich hielt, dass irgendeine Offenbarung kommen würde... die Frage wurde direkt gestellt, mit angemessenen Worten, um zu erkunden, ob der Prophet, Seher und Offenbarer dächte, dass die Lehre über die Neger geändert werden würde, um ihnen zu gestatten, das Priestertum zu tragen. Er sagte:

Nicht so lange Sie und ich hier sind.“ (The Mormon Establishment, Seiten 261-262)

 

Tatsächlich gibt es gute Gründe zu glauben, dass David O. McKay nicht wirklich glaubte, dass Neger von Gott verflucht wurden, obwohl dies direkt bis vor seinem Tod nicht öffentlich bekannt war. Am 26. August 1968 schrieb Sterling McMurren einen Brief an Liewelyn R. McKay, David O. McKays Sohn, in dem er erklärte:

 

Ich schreibe diesen Brief mit Kopien an ihre Brüder Lawrence, Edward und Robert, um ihnen von einem Gespräch mit Ihrem Vater im Frühjahr 1954 zu erzählen. Er hatte um das Treffen gebeten, das im Auerbach-Gebäude der Universität stattfand...

Ich erinnere mich Ihnen von diesem Gespräch, kurz nachdem es stattfand, erzählt zu haben, aber ich bin jetzt daran interessiert, über einen kleinen Teil daraus schriftlich Einzelheiten zu erzählen, da ich glaube, dass er von solcher Bedeutsamkeit ist, dass er Teil Ihrer Familienaufzeichnungen sein sollte...

Unsere Diskussion drehte sich um die Frage der Orthodoxie und Ketzerei und das allgemeine Problem Andersdenkender in der Kirche. Die Ansichten, die Präsident McKay mir gegenüber zu diesen Themen zum Ausdruck brachte, waren bemerkenswert liberal und verdienen es, bei der allgemeinen Mitgliederschaft der Kirche bekannt zu sein.

An einem Punkt des Gesprächs brachte ich das Thema des allgemeinen Glaubens unter den Kirchenmitgliedern ein, dass Neger sich unter einem göttlichen Fluch befinden. Ich sagte ihm, dass ich diese Lehre für falsch und moralisch unvereinbar betrachtete und dass ich es einige Wochen zuvor in einer Klasse in meiner eigenen Gemeinde deutlich gemacht hatte, dass ich die Lehre nicht akzeptierte und dass ich gegenüber den Aussagen des Klassenleiters über 'unseren Glauben' in dieser Sache als Andersdenkender bekannt sein wollte.

Präsident McKay antwortete, dass ER 'FROH' WÄRE, dass ich diesen Standpunkt eingenommen hatte, da er ebenfalls NICHT AN DIESE LEHRE GLAUBTE. Er erklärte seine Position in dieser Sache sehr nachdrücklich und deutlich und sagte mit beträchtlichem Gefühl, dass 'es jetzt nicht und nie eine Lehre in dieser Kirche gegeben hat, dass die Neger unter einem göttlichen Fluch stehen'. Er bestand darauf, dass es keine derartige Lehre in Bezug auf den Neger gibt. 'Wir glauben', sagte er, 'dass wir aus der Heiligen Schrift den Präzedenzfall für die Verweigerung des Priestertums den Negern gegenüber haben. Es ist eine Praktik, KEINE LEHRE, und die Praktik wird eines Tages geändert werden. Und das ist alles, was dazu zu sagen ist'. Er machte es deutlich, welche Schriftstelle er im Sinn hatte, indem er die wohlbekannte Passage in der Köstlichen Perle erwähnte, Abraham 1:26,27. Er gab keinen Hinweis auf die Bibel oder auf die Kain-und-Abel-Geschichte.

Ich sagte Präsident McKay, das ich dachte, dass seine Aussage über die Negerfrage von großer Bedeutung wäre und dass sie öffentlich gemacht werden sollte, sowohl in Druckform als auch in einer Konferenzerklärung, um die Verwirrung von Tausenden von Menschen in der Kirche zu klären, die an die Lehre vom 'göttlichen Fluch' glauben. Hierauf gab er keine Antwort, außer dass er seinen Standpunkt wiederholte, indem er sagte: 'Es gibt KEINE SOLCHE LEHRE und soweit es mich betrifft, gab es sie nie.'

Ich bin in der Lage, die Worte Ihres Vaters annähernd akkurat zu berichten, da sie in meinem Gedächtnis einen starken Eindruck hinterließen und da ich innerhalb weniger Stunden nach unserem Treffen eine detaillierte Aufzeichnung von der gesamten Diskussion anfertigte.

Diese Angelegenheit ist natürlich von sehr großer Bedeutung für die Kirche und ihre Zukunft, wenn man nicht nur die moralische Qualität unserer Religion in Betracht zieht, die von einer großen Last befreit wird, wenn es keine offizielle Lehre gibt, sondern auch das Problem der schließlichen Änderung der Praktik, die volle Mitgliedschaft den Negern vorzuenthalten. Solch eine Änderung könnte irgendwie schwierig sein, wenn es eine offizielle Lehre gäbe.

Ihr Vater zeigte große Weisheit, indem er diese Position einnahm, und es ist für mich eine Enttäuschung gewesen, dass die Kirche dieses Thema, so wie er es erklärte, nicht geklärt hat... Ich wünsche offen, dass ich mich frei fühlen könnte, Präsident McKays Erklärung zur Sache einer öffentlichen Berichterstattung zu machen, da ich glaube, dass dies für die Kirche eine sehr gute Sache wäre und helfen würde, eine Menge Verwirrung in den Köpfen vieler ihrer Mitglieder aufzulösen.

Sie kennen meine ehrliche Achtung und Zuneigung für Ihren Vater. Ich hoffe, dass Sie sie ihm übermitteln werden. Ich überlasse es ihrem eigenen Urteil, ob Sie ihm diesen Brief zeigen oder nicht.“ (Brief, geschrieben von Sterling M. McMurrin an Llewelyn R. McKay am 26. August 1968, maschinengeschriebene Kopie)

 

In einem Artikel, veröffentlicht im Salt Lake Tribune am 15. Januar 1970, bestätigte David O. McKays Sohn, Dr. Llewelyn R. McKay, die Tatsache, dass sein Vater die Aussagen gemacht hatte, die Sterling McMurrin ihm zuschrieb:

 

Präsident David O. McKay von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wurde am Mittwoch zitiert, dass er schon 1954 sagte: 'Es gibt in dieser Kirche keine Lehre und gab nie eine in dieser Kirche, die besagt, dass die Neger unter irgendeinem göttlichen Fluch stehen.'

Dr. Sterling McMurrin, früherer US-Beauftragter für Bildung und jetzt E. E. Erickson-ausgezeichneter Professor der Philosophie und Dekan der Absolventenschule an der University of Utah erinnert sich an ein Gespräch, in dem Präsident McKay auch sagte: 'Tatsächlich gibt es keine Lehre in dieser Kirche, ganz gleich welcher Art, in Bezug auf die Neger.'...

Der Philosophie-Professor, selbst ein Mormone, betonte, dass er sich detaillierte Notizen sofort nach dem Gespräch von 1954 machte. Und am 26. August 1968 schrieb er einen dreiseitigen Brief an den Sohn Präsident McKays, Dr. Llewelyn R. McKay, in dem er an den Glauben des Kirchenführers erinnerte, dass Neger nicht von Gott verflucht wären.

Kopien des Briefes wurden an Präsident McKays drei andere Söhne geschickt, an David Lawrence McKay, Dr. Edward R. McKay und Robert R. McKay.

Dr. Llewelyn McKay 'sagte mir später, dass er den Brief seinem Vater vorlas und dass sein Vater ihm sagte, dass er ein VOLLKOMMEN VERLÄSSLICHER BERICHT VON DEM WÄRE, WAS GESCHAH UND WAS ER SAGTE', erklärte Dr. McMurrin.

Brief bestätigt.

Dies wurde am Mittwoch von Dr. McKay BESTÄTIGT, der sagte, dass es in dem Brief NICHTS GIBT, das DEM WIDERSPRICHT, was Präsident McKay sagte.“ (The Salt Lake Tribune, 15. Januar 1970)

Drei Tage nachdem diese Erklärung veröffentlicht wurde, starb Präsident McKay. Es ist merkwürdig, dass David O. McKay sich entschied, zu solch einem wichtigen Thema zu schweigen. Wir müssen uns aber erinnern, dass es McKay war, der 1963 die Mission nach Nigeria bekannt gab. Wäre diese Mission erfolgreich gewesen, wäre wahrscheinlich die ganze Lehre in Bezug auf den Neger geändert worden. Diese Angelegenheit bereitete 1966 den Mormonenführern immer noch Probleme, denn Hugh B. Brown, David O. McKays erster Ratgeber, schrieb einen Brief, in dem er erklärte:

 

Ich verstehe Ihre Besorgnis in dieser Sache, sympathisiere mit Ihrem Standpunkt, aber ich kann nur sagen, dass die Diskussion, die die Generalautoritäten der Kirche hatten, noch KEINE zufrieden stellende Antwort auf die quälenden Probleme, auf die sich beziehen, gebracht haben...

Die spezielle Frage, auf die Sie sich beziehen, die damit zu tun hat, den Negern das Priestertum zu geben, ist eine, die durch den Geist der Offenbarung gelöst werden muss, und ich bin überzeugt, dass dies zu gegebener Zeit des Herrn kommen wird... Die Gewährung des Priestertums den Negern aufzuschieben, während sie hier auf der Erde sind, mag ungerecht erscheinen, aber es gibt Probleme, die damit zusammenhängen und die viele Nationen betreffen, und wenn wir jetzt die Schranken fallen lassen, könnte uns dies in internationale Komplikationen verwickeln, die wir nicht in den Griff bekommen könnten... Wir müssen natürlich nicht versuchen, Seinen Zeitplan nach unseren Vorstellungen zu regulieren, auch wenn wir angesichts Seiner Verschwiegenheit ungeduldig werden, müssen wir weiterhin glauben, dass er allmächtig, allweise und der Vater der Menschheit ist.

Wir ringen gerade jetzt mit den Problemen in Nigeria, wo etwa fünftausend Menschen um die Taufe in die Kirche gebeten haben, aber wo die Regierungsbeamten gegen uns arbeiten und wo wir, sollten wir sie taufen, uns in finanzielle Probleme bringen würden, die sehr wohl die Kirche in den Bankrott bringen könnten... Die Bedingungen im südlichen Teil der Vereinigten Staaten, tatsächlich aber überall in den Vereinigten Staaten, die den Neger betreffen, sind derartig, so dass wir, wenn wir positive Aktionen unternehmen würden, uns in Streitigkeiten verwickeln könnten, für die es bis jetzt scheinbar keine bestimmte inspirierte Antwort gibt.“ (Brief von Hugh B. Brown vom 10. Februar 1966)

 

Als George Romney bekannt gab, dass er für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten kandidieren wollte, wurde die nationale Aufmerksamkeit auf die Mormonenführer fokussiert, um zu sehen, ob sie eine neue Offenbarung in Bezug auf die Neger haben würden. Unter diesen Umständen wäre es für David O. McKay fast unmöglich gewesen, die Negerlehre zu ändern. 1967 gab Life Magazine folgende Information:

 

Es würde eine Offenbarung durch den gegenwärtigen Propheten David O. McKay erfordern, um das Priestertum für einige wenige Neger-Mormonen zu öffnen, die es zur Zeit gibt, und der Erste Ratgeber Brown warnte: 'Ich denke, es wäre FÜR IHN SCHÄDLICH, WENN DIE KIRCHE MIT EINER NEUEN OFFENBARUNG gerade jetzt HERAUSKÄME. Es hätte einen UMGEKEHRTEN EFFEKT' – d. h. dass es so aussehen würde, als würde man Gottes Wort revidieren, um bei der möglichen Kandidatur zu helfen.“ (Life Magazine, 5. Mai 1967, S. 92)

 

Zu dieser Zeit befand sich David O. McKay gut in den Neunzigern und viele Leute begannen alle Hoffnung auf eine Offenbarung unter seiner Führerschaft aufzugeben. Am 15. Dezember 1969 gaben die Mormonenkirchenführer eine Erklärung heraus, in der folgendes erschien:

 

In Hinblick auf die Verwirrung, die entstanden ist, wurde auf einer Versammlung der Ersten Präsidentschaft und des Kollegiums der Zwölf entschieden, die Position der Kirche in Bezug auf den Neger in der Gesellschaft und in der Kirche neu zu formulieren... wir glauben, dass der Neger, so wie alle anderen Rassen seine vollen verfassungsmäßigen Vorrechte haben sollte... Joseph Smith und alle nachfolgenden Präsidenten der Kirche haben gelehrt, dass Neger, während sie Geistkinder eines gemeinsamen Vaters und die Nachkommen unserer irdischen Eltern waren, nicht das Priestertum erhalten sollten...

 

Wären wir die Führer eines Unternehmens, das von uns selbst erschaffen wurde und nur gemäß unserer irdischen Weisheit geführt würde, wäre es eine einfache Sache, dem Volkswillen gemäß zu handeln. Aber wir glauben, dass dieses Werk von Gott geleitet wird und dass die Übertragung des Priestertums auf Seine Offenbarung warten muss...

Diese Erklärung wurde von Hugh B. Brown und N. Eldon Tanner von der Ersten Präsidentschaft unterzeichnet und an „Generalautoritäten, Regionalrepräsentanten der Zwölf, Pfahlpräsidenten, Missionspräsidenten und Bischöfe geschickt.“

 

Am 25. Dezember 1969, weniger als zwei Wochen nachdem die obige Erklärung vorbereitet war, hatte Hugh B. Brown, erster Ratgeber zu Präsident McKay, eine Erklärung abgegeben, die derjenigen, die an Kirchenbeamte geschickt wurde, zu widersprechen scheint. Folgendes ist einem Artikel entnommen, der im Salt Lake Tribune erschien:

 

SAN FRANCISCO – Die Verweigerung der Mormonenkirche, den Negern afrikanischer Abstammung das Priestertum zu geben 'WIRD SICH IN NICHT ALLZU FERNER ZUKUNFT ÄNDERN', gemäß Hugh B. Brown, eines der Beamten höchsten Ranges der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Lester Kinsolving, religiöser Kolumnist für den San Francisco Chronicle, berichtete am Mittwoch:

Präs. Brown, der erster Ratgeber zu Präs. David O. McKay ist, sagte Mr. Kinsolving, dass die Zulassung von Negern zum Priestertum 'in GEWÖHNLICHER FORM DER EVOLUTION VON DINGEN kommen wird, während wir fortschreiten, da die Menschenrechte die Grundlage für die Kirche sind'.

Ursache für die Kluft

Als er gefragt wurde, ob er dächte, dass diese Änderung während der Präsidentschaft Präs. McKays eintreten würde, antwortete er:

'Nun, das vorauszusagen ist unmöglich. Er ist gerade jetzt krank.'... Präs. Brown eröffnete am Mittwoch, dass Willard Wyman Kontakt mit ihm aufgenommen hatte... Präs. Brown eröffnete auch, dass er Wyman gesagt hätte, dass 'die Kirche in keiner Weise Vorurteile hat, AUSSER DIESES EINE, ABER ICH DENKE, DASS DIES SICH ÄNDERN WIRD'.“ (The Salt Lake Tribune, 25. Dez. 1969)

Der Mormonenautor John L. Lund argumentiert, dass die Mormonenkirche keine Offenbarung haben kann, um die Negerlehre zu ändern:

 

Brigham Young offenbarte, dass die Neger das Priestertum erst eine ganze Weile NACH DEM ZWEITEN KOMMEN Jesu Christi erhalten werden, dessen Kommen ein Millennium des Friedens einleiten wird.

Offenbarung?

In Hinblick darauf, was Präsident Young und andere gesagt haben, wäre es in der Tat TÖRICHT, jemandem die falsche Vorstellung zu vermitteln, dass alsbald eine neue Offenbarung zum Thema, dass der Neger das Priestertum erhält, hervorkommen wird... unsere jetzigen Propheten befinden sich in vollkommener Übereinstimmung mit Brigham Young und anderen vergangenen Führern zur Frage Neger und Priestertum...

Man kann nicht erwarten, dass gesellschaftlicher Druck und sogar Regierungssanktionen eine neue Offenbarung hervorbringen werden. Dieser Punkt wird erwähnt, weil es Gruppen in der Kirche gibt, ebenso außerhalb, die meinen, dass Druck auf den Propheten eine neue Offenbarung hervorkommen lassen wird. Es wäre weise zu betonen, dass sämtlicher gesellschaftlicher Druck in der Welt nicht ändern wird, was der Herr erlassen hat. Diejenigen, die sich anmaßen, den Propheten unter Druck zu setzen, seien daran erinnert, dass Gott es ist, der Propheten inspiriert, nicht gesellschaftlicher Druck... Es ist weder die Verantwortung noch Aufgabe von irgendjemanden auf der Erde, dem Herrn oder den Dienern des Herrn zu diktieren, wann eine Offenbarung gegeben werden sollte...

Die Propheten haben erklärt, dass es mindestens zwei Hauptbedingungen gibt, die erfüllt werden müssen, bevor den Negern erlaubt sein wird, das Priestertum zu besitzen. Die erste Erfordernis bezieht sich auf die Zeit. Den Negern wird nicht erlaubt sein, das Priestertum während der STERBLICHKEIT zu tragen, tatsächlich erst NACH der Auferstehung ALLER Kinder Adams. Die andere Bedingung verlangt, dass Abels Nachkommenschaft zuerst die Gelegenheit erhält, das Priestertum zu haben... der letzte von Adams Kindern wird NICHT vor dem Ende des Millenniums auferstanden sein. Deshalb werden die Neger das Priestertum nicht vor dieser Zeit empfangen... dies wird ERST NACH den tausend Jahren der Regierung Christi auf Erden geschehen.“ (The Church and the Negro, 1967, Seite 45-48)

 

Jeder Druck in der Welt, gesellschaftlich, politisch und von der Regierung, wird NICHT ändern, was Gott erlassen hat.“ (Ebenda, Seite 109)

 

Wenn Mr. Lund näher in die Geschichte der Mormonenkirche schauen würde, würde er herausfinden, dass gesellschaftlicher Druck eine Reihe von Änderungen in der Kirchenlehre bewirkt hat. Am 23. Nov. 1969 brachten die New York Times einen Artikel, in dem folgendes erschien:

 

Reed Durham, ein Mormonenhistoriker, bemerkte letzte Woche, dass mormonische Offenbarung, so wie biblische Speiseregeln, immer 'auf die Geschichte und die Bedürfnisse bestimmter Zeit' beschränkt gewesen sind.

Die Offenbarung über die Neger zum Beispiel kam zu einer Zeit zu Joseph Smith, als die Mormonen in Missouri durch lokale Sklavenbesitzer unter Druck standen. Die Polygamie wurde aufgegeben, als Präsident Wilford Woodruff eine Vision von dem Desaster hatte, dass die Kirche heimsuchen würde, wenn sie an dieser Praktik festhielten.

Eine neue Offenbarung über das Rassenthema unter gesellschaftlichem Druck würde nicht als Nichtanerkennung des göttlichen Ursprungs der Lehre gesehen werden, sondern als Bestätigung, dass die Wahrheit sich fortwährend als Reaktion auf veränderte Bedingungen und die geistige Treue der getreuen Mormonen entfaltet.

'Der Mormone, der Offenbarung aus dem klaren, blauen Himmel herauskommen sieht', sagte Dr. Durham, 'versteht einfach nicht seine eigene Geschichte.'“ (New York Times, 23. Nov. 1969)

 

Sollte sich die Mormonenkirche entscheiden, ihre Politik zu ändern, und den Negern erlauben, das Priestertum zu tragen, wäre es nicht das erste Mal, dass Mormonenlehre geändert worden ist, um sie einer verändernden Welt anzupassen.

Fünfundzwanzig Jahre bevor die Mormonenkirche die Praktik der Polygamie aufgab, verkündeten sie, dass solch eine Änderung nicht vorgenommen werden könnte. Im Millennial Star vom 28. Okt. 1865 erschien folgendes: „Wir haben gezeigt, dass sie dadurch, dass sie das Aufgeben der Polygamie fordern, sie um die Entsagung des GESAMTEN GLAUBENS dieses Volkes bitten...

Es gibt keinen Mittelweg. Das KINDISCHE GEBRABBEL ÜBER EINE ANDERE OFFENBARUNG IST NUR EIN BEWEIS, WIE HALBINFORMIERT MENSCHEN REDEN KÖNNEN.“

 

Da der Druck über die Negerfrage weiterhin zunimmt, werden die Mormonenführer wahrscheinlich eine weitere Offenbarung haben, oder (wie Sterling McMurrin sagte) „durch irgendeine Technik werden“ sie „die Lehre über die Neger auflösen“.

weiter


Insgesamt waren schon 19668 Besucher (39245 Hits) hier!
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=